Angst, Wertschätzung

Ein Leben für die Kinder – bis in den Tod

10. Februar 2017

Im Studium hatte ich eine Prüfung zu Janusz Korczak, so etwas vergisst man ja nie… Aber unabhängig von der Erinnerung an Angstschweiß und die Erleichterung, als man es geschafft hatte, erinnere ich mich an einen sehr faszinierenden Menschen.

Ich erblicke Korczak unter den Gestalten, die mit ihrem Pathos und ihrer Wärme die Geschichte der Menschheit erhellen, sagt Igor Newerly – ein Pädagoge und Freund Korczaks, besser kann man es nicht sagen.

Los gehts, mach es dir gemütlich und lerne die Geschichte und Haltung eines unglaublichen Pädagogen kennen! Und 10 Rechte, die Kindern zustehen.

Wer war Janusz Korczak

Janusz Korczak war Kinderarzt, Pädagoge und leitete ein jüdisches Waisenhaus in Warschau. Außerdem war er Schriftsteller, schrieb Kinderbücher und Schriften über den Umgang mit Kindern.

Hier ganz grob die Eckdaten und einige wichtige Fakten:

  • Geboren ungefähr am 22. Juli 1878 (es gab keine Geburtsurkunde) in Polen, er war jüdischer Abstammung.
  • Er war sensibel und ging nicht gern zur Schule, weil, wie er selbst sagte, es dort streng und langweilig zu ging, außerdem erlebte er dort Prügeleien durch den Stock des Lehrers.
  • Die Familie war wohlhabend und Janusz Korczak (Der eigentlich Henryk Goldszmit hieß) lebte ein gutbürgerliches Leben. Bis der Vater sehr früh verstarb und die Familie in die Armut stürzte. Ab da arbeitete er und unterhielt so die Familie.
  • Nach der Schule fing er ein Studium der Medizin an.
  • Während des Studiums schon verbrachte er gern Zeit mit Kindern. Vor allem die Kinder aus den elenden Arbeitervierteln lagen ihm besonders am Herzen.
  • Er fing an zu schreiben und sein erstes Buch widmete sich den Kindern der Straße.
  • Er schrieb Presseberichte und beschäftigte sich mit dem alltäglichen Leben der Arbeiter und wie man es erleichtern könnte (z. B. mit einer Krankenversicherung).
  • Er befasste sich auch mit der Gleichberechtigung der Frau.
  • Doch später zog er sich aus den Reformen mehr und mehr zurück und konzentrierte all seine Kräfte auf die Kinder und die Erziehung an sich. Sein Gedanke: Die Welt reformieren bedeutet die Erziehung reformieren.
  • Ab 1903 ist er Kinderarzt in einem Warschauer Krankenhaus.
  • 1909 wird als Erzieher in einem jüdischen Waisenhaus angestellt und ist dort ab 1911 Direktor.
Ein Pädagoge vom Kinde aus

Janusz Korczak hatte eine ganz besondere Haltung den Kindern gegenüber, er war ihnen zugewandt und damit zu dieser Zeit sehr fortschrittlich. Er wünschte sich eine freie Entwicklung für jedes Kind und kämpfte gegen traditionelle Erziehungsvorstellungen:

keine Unterwerfung,

keine Gewalt,

keine stumpfsinnige Autorität.

Er wollte Menschen erziehen. Zu selbstbewussten, eigenverantwortlichen, kritikfähigen und kreativen Menschen.

Noch lange bevor für Kinder Grundrechte (Seit 1989, der Erklärung der UN- Kinderrechte) festgeschrieben wurden, appellierte er an die Erwachsenen, das Kind als vollwertigen Menschen anzusehen und formulierte Rechte der Kinder!

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1 Das Recht des Kindes auf Achtung

Korczak war es enorm wichtig, dass Kind nicht als unfertig, minderwertig oder als „etwas kleines“ anzusehen! Ein Kind ist ein Mensch, von Anfang an und wird nicht erst zu einem.

Zitat J K

Auch wenn wir heute dieser Einstellung sicherlich schon nähergekommen sind, als die Gesellschaft zur Lebenszeit Korczaks, so scheint es immer noch lange nicht in allen Köpfen angekommen zu sein: jedes Kind ist schon ein Mensch. Gerald Hüther beschreibt, dass jedes Kind hochbegabt ist und meint damit, wir bringen schon ALLES mit auf die Welt, alle Kompetenzen sind da. Wir müssen sie nicht anerziehen, sie sind in uns angelegt.

Wir dürfen eine Umgebung schaffen, in der all dies zur Entfaltung kommen kann. Das Bild des Baumes ist für mich da so hilfreich: Lass ihn einfach wachsen. Schaffe die optimalen Bedingungen, aber lass ihn in Ruhe wachsen. Du musst nicht an ihm herum säbeln und Äste beschneiden.

Ich weiß auch, dass viele Kinder die wir betreuen und begleiten schon ein Werk von Profi- und Hobbygärtnerischen Händen sind und ziemlich viel rumgeschnibbelt wurde. Vielleicht haben sie auch schon schreckliche Unwetter erlebt und sind gezeichnet davon. Und dann ist es manchmal etwas schwieriger, die Fülle und Schönheit des Baumes zu sehen und wachsen zu lassen. (Sally und Kevin sind z.B. Unwetter Kinder).

Wie geht das denn ganz jetzt konkret? Das Kind als Mensch – so voll und ganz – ansehen? Korczak gibt uns ein paar Ideen:

2 Das Recht des Kindes auf Geheimnisse

Das Waisenhaus hatte eine Architektur und Raumaufteilung, die die Kinder jederzeit überblicken konnte und sie so unter Beobachtung standen. Janusz Korczak empfand das als eine Missachtung ihrer Geheimnisse. Kinder brauchen Rückzugsraum, lieben kleine Nischen und müssen allein sein können ohne Erwachsene. Unsere Aufsichtspflicht erschwert uns diese wichtige Gegebenheit. Ich habe diesbezüglich auch immer mit KollegInnen diskutiert: warum dürfen die Kinder nicht allein auf dem Flur sein?? Verstehe ich bis heute nicht.

Vor allem in den Städten werden Kinder sehr lange, sehr engmaschig beaufsichtigt und haben noch nicht einmal den Schulweg für sich. Und in der Schule oder Kita dürfen sie ja auch auf keinen Fall unbeaufsichtigt sein, wir haben eine Aufsichtspflicht und versicherungstechnische Vorschriften. Alles wichtig ja. Aber wenn ich mir das anschaue, grenzt es schon oft an kleine Überwachungsstaaten. Für die gesunde Entwicklung von Kindern ist es wichtig, dass sie allein (ohne Erwachsene) sein können und Dinge tun, die wir nicht sehen, hören, wissen.

Kleine Orte und Inseln schaffen

Korczak meinte am Besten sei eine Aufteilung wie in einem Hotel, einen Flur und viele kleine Räume zu allen Seiten. Lasst die Kinder Höhlen bauen und habt viele kleine Nischen in euren Räumen. Und auch draußen. Auf unserem Schulhof gab es kleine Böschungen und Hecken, sogar mit Treppen (also extra dafür angelegt), aber die Kinder durften da nicht hin… 🙁  Ich wünschte zur Aufsichtspflicht würde auch die Pflicht der Nichtaufsicht dazu gehören!

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3 Hab Achtung vor Kummer und Tränen

Korczak beschrieb, man solle nicht nur den zerrissenen Strumpf oder das kaputte Glas beachten, sondern auch die Wunde, den blauen Fleck, die Beule, den Schreck. Ich erlebe zwar auch heute noch, dass KollegInnen sich darüber aufregen und schimpfen, wenn etwas zu Bruch geht und dabei das erschrockene Kind ganz vergessen. Aber noch viel öfter erlebe ich diesen Satz: „Ist nicht schlimm, steh wieder auf!“ Vor allem bei kleinen Kindern.

Ob es schlimm ist oder nicht entscheidet doch das Kind. Ich denke, wir dürfen kurz abwarten und schauen, wie das Kind reagiert. Vielleicht hat es einen riesigen Schrecken, obwohl es „nur“ gestolpert ist und braucht einen Tröster. Es gibt auch Kinder, die sich wirklich doll verletzen und man sie mit blutüberströmten Knie überreden muss, das Spiel zu unterbrechen, um die Wunde zu versorgen. Beides ist ok und darf sein. Wenn ein Kind oft und sehr schnell weint hat das einen Grund (vielleicht eine ängstliche Mutter oder es bekommt nur Zuwendung bei Tränen).

Ich finde es wichtig, dass jedes Kind lernen darf, selbst zu entscheiden, wie „schlimm“ es ist. Ich möchte es in jedem Fall trösten und ob es wieder gut ist, entscheidet allein das Kind.

4 Hab Achtung vor dem Wachstum

Ich zitiere Korczak, denn besser kann ich es eh nicht ausdrücken: „Das Kind wächst heran, lebt intensiver, sein Atem geht rascher, sein Puls ist lebhafter, es nimmt Gestalt an, wird immer größer, wächst immer tiefer in das Leben hinein. Es wächst am Tage und in der Nacht, beim schlafen und beim wachsen, wenn es traurig ist oder vor Freude sprüht, wenn es etwas angestellt hat und zerknirscht vor dir steht. Es gibt Zeiten des Frühlings, in denen die Entwicklung beschleunigt vonstatten geht, und Zeiten herbstlicher Stille, wo das Wachstum scheinbar stagniert. Das Knochengerüst wächst, das Herz kommt nicht nach, hier ein Übermaß, dort ein Mangel, da eine Drüsenüberfunktion, dort ein Schwund, immer neue Unruhen, neue Überraschungen.

Bald möchte es rennen, sich abhetzen, kämpfen, seine Kräfte erproben, entdecken, erobern, bald sich in einen Winkel verkriechen, sehnsuchtsvollen Erinnerungen nachhängen. Bald hat es Verlangen nach Abhärtung und Training, bald sehnt es sich nach Ruhe, Wärme, Bequemlichkeit. Ein Wechsel von stürmischem Verlangen und lustloser Resignation. Erschöpfung, Kopfschmerzen, Schnupfen, Hitzegefühle, Kälteempfinden, Schlafbedürfnis, Hunger, Durst, Überdruss, Mangel, schlechtes Allgemeinbefinden sind nur selten eine Laune oder eine Ausrede nicht zur Schule gehen zu müssen. Wir sollten Achtung haben vor den Geheimnissen und Schwankungen der schweren Arbeit des Wachsens.“

5 Das Recht auf MEHR

Korczak sagt: „Wir sind reicher geworden. Wir sind nicht mehr Nutznießer unserer eigenen Arbeit. Wir sind Erben, Aktionäre, Teilhaber des großen Glücks. Wie viel Städte haben wir doch, wie viele Gebäude, wie viele Fabriken, Bergwerke, Hotels, Theater; wie viele Waren gibt es doch auf den Märkten. Ziehen wir Bilanz, zählen wir nach, wieviel von dieser Gesamtsumme auf das Kind fällt, wieviel ihm zusteht, nicht als Almosen, nicht aus Gnade. Prüfen wir ehrlich, wieviel davon wir dem Volk der Kinder, der Nation der Minderjährigen zubilligen. Haben wir sie nicht, einem unredlichen Vormund gleich, entmündigt, enteignet und enterbt?“

Es geht dabei auch um materielle Güter und ich denke, dass manches Kita- und Schulgebäude dringend vergrößert und verschönert werden sollten. Es geht aber auch um Zeit, um wirkliche Beziehung zu den Kindern. Dafür brauchen wir mehr Personal, gut ausgebildet und vor allem einen anderen Betreuungsschlüssel.

Und es geht um die Stellung in der Gesellschaft, welches Mitspracherecht gewähren wir Kindern?

6 Das Recht des Kindes auf Freundlichkeit

Korczak war es sehr wichtig freundlich mit den Kindern zu sprechen. Es war absolut nicht selbstverständlich zu seiner Zeit, vor allem nicht im schulischen Umfeld. Er betonte immer wieder, nicht nur mit dem Kind zu zanken, zu rügen, zu tadeln, zu strafen, sondern sie im freundlichen Tone zu informieren. Sie schöpfen von unserem Wissen, sie lernen von unseren Worten und Unterhaltungen.

„Ein Kind hat mit der Tür geknallt, das andere sein Bett nicht richtig gemacht, das dritte seinen Mantel an den falschen Haken gehängt, das vierte Tinte auf sein Heft verspritzt. Anstatt uns zu freuen, dass kein größeres Malheur passiert ist, schimpfen oder nörgeln wir.“

Wenn ich durch die Flure in unseren Schulhäusern spaziere oder ich Schul- und Kitagruppen in der U-Bahn begegne ist da oft ein sehr rauer Ton zu hören. Ich wünsche mir da viel mehr Freundlichkeit, welche nicht gegen Authentizität ausgetauscht werden soll. Denn wir dürfen auch laut, sauer und wütend sein. Aber was den „freundlichen Tone“ angeht, wie Korczak ihn beschreibt, ist noch viel Luft nach oben.

Korczak differenzierte noch weiter und wollte keine herablassende Freundlichkeit. Nach dem Motto, ich bin so gnädig, dass ich so nett zu dir bin.

7  Sprich nicht zu den Kindern, sprich mit ihnen

Es gab einen Konflikt mit einigen Jungen des Waisenhauses und Korczak verstand, dass es nicht reichte Vorbild und freundlich zu sein, mit Liebe zu begegnen, Disziplin und Gehorsam zu fordern.

Sondern:

MIT den Jungs zu sprechen und nicht ZU ihnen! Er unterhielt sich mit ihnen und erzählte ihnen nicht, wie sie nach seinem Wunsch sein sollten, sondern darüber, wie sie selbst sein wollten und könnten.

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8 Das Recht des Kindes auf den heutigen Tag

„Wir sollten Achtung haben vor der gegenwärtigen Stunde, vor dem heutigen Tag. Wie soll das Kind imstande sein, morgen zu leben, wenn wir ihm heute nicht gestatten, ein verantwortungsvolles, bewusstes Leben zu führen??“ Die Erwachsenen sind so sehr auf den vollkommenen Menschen der Zukunft fixiert.

Auch in unserem System sind wir oft im Morgen: Für die Politik und die Gesellschaft sind die Kinder die Zukunft. Für die ErzieherInnen sind die Kitakinder die baldigen Schulkinder, die deswegen schon alles mögliche können müssen. Für die Lehrer sind die Grundschulkinder die Schüler, die bald auf die Gesamtschule oder das Gymnasium sortiert werden, dort wiederum müssen sie bald sehr gute Noten schreiben, um eine gute Ausbildung oder einen guten Studienplatz zu ergattern, … and so on and so on …

Korczak ahnte wohl, dass die Zukunft seiner Kinder zu diesen Zeiten nicht so bunt und schön aussehen würde. Und plädierte daher erst recht für die Gegenwart. Aber wir?

Das Morgen. Was hält es bereit? Wir wissen es auch nicht.

Was wird aus dem Kind, wenn es groß wird? All die guten (und gut gemeinten) Dinge, die wir für das Kind tun, tun wir im Hinblick auf das Morgen. „Wir möchten, dass unsere Kinder einst vielseitiger, gebildeter sind. Wir träumen von dem vollkommenen Mensch der Zukunft!“ so Korczak.

Ich erlebe es ganz oft (!), dass Erwachsene sagen, „das müssen Kinder lernen, so können sie später im Büro auch nicht reagieren“. Typische Erwachsenenlogik. Bleiben wir doch in er Gegenwart: wenn das Verhalten für den Moment nicht angebracht ist, lernen wir das im Hier und Jetzt miteinander. Wenn es für das Hier und Jetzt nicht relevant ist, ist es nicht relevant.

Korczak beschrieb es so: „Das Dach stürzt ein, denn man hat das Fundament des Gebäudes nicht fest genug gefügt.“ Ein festes Fundament entsteht indem wir mit Kindern im Augenblick sind.

9 Achtung vor dem Augenblick

„Wenn ich mit einem Kind spiele oder mich mit ihm unterhalte, verknüpfen sich zwei gleichwertige reife Augenblicke seines und meines Lebens. Wenn ich mit einer Schar Kinder zusammen bin, verabschiede ich oder begrüße ich immer ein einzelnes für einen Augenblick durch einen Blick, durch ein Lächeln.“

Welch wunderschöne Geste. Besonders im trubeligen Alltag mit großen Kindergruppen ist das doch etwas, was ich leisten kann und möchte. Jeder spricht heute von Achtsamkeit, Korczak war uns sehr voraus…

10 Das Recht auf Demokratie

Ich bin so fasziniert von Korczak weil er all diese Rechte (und noch viele mehr, das war nur meine Auswahl) wirklich mit den Kindern lebte. Er erprobte das demokratische Zusammenleben mit ihnen und führte es bis ins Detail aus und beließ es nicht nur bei einer schönen pädagogischen Idee. Er etablierte ein Kinderparlament und Strukturen und vereinbarte Regeln, die für alle galten: für Kinder und Erzieherinnen und Erzieher. Beim Aushandeln dieser Regeln wurden alle beteiligt.

Ich könnte noch Stunden und Seiten weiterschreiben, Korczak hatte so viele tolle Ideen und gute Gedanken. Aber das hier ist nur ein Blogpost und kein Buch und deswegen komme ich zum Schluss

– zu einem traurigen Schluss.

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Treu bis in den Tod

Wenn man sich mit Korczak beschäftigt, beschäftigt man sich automatisch auch mit seinem Tod. Und das ist kein leichter Tobak, es ist dramatisch und berührt zutiefst.

Im Juli 1942 wurde die die Deportation der Juden aus dem Warschauer Ghetto beschlossen. Das war das Todesurteil von Janusz Korczak und seinen zweihundert Kindern im Waisenhaus.

Am 5. August machten sie sich gemeinsam auf ihren letzten Weg. Augenzeugen berichteten von diesem schrecklichen Ereignis: „Die dichtgedrängte Menge schritt unter Peitschenhieben an mir vorbei. … Das war kein Marsch in die Waggons, sondern ein organisierter, stummer Protest gegen dieses Banditentum. … es begann ein Marsch, wie es ihn noch nie gegeben hatte. Alle Kinder gingen in Viererreihen. An der Spitze ging Korczak. Er hatte den Blick zum Himmel gewandt und hielt zwei Kinder an der Hand. So führte er den Zug.“  Sie nahmen sogar ihre grüne Fahne des Waisenhauses mit, die Farbe grün der Hoffnung wehte der Gruppe voran. Die Kinder waren festlich gekleidet, als ginge es zu einem Ausflug.

Als Janusz Korczak mit seinen Kindern auf dem Sammelplatz ankam, von wo der Transport nach Treblinka begann, erfuhr ein Kommandant, dass es sich um den Autor Janusz Korczak hielt. Er ließ alle Kinder einsteigen und hielt Korczak zurück. Er hatte als Kind eines seiner Kinderbücher gelesen und bot ihm an, nicht einsteigen zu müssen. „Und die Kinder?“ fragte Korczak. „Die Kinder müssen fahren.“ „Nein“ rief Korczak und stieg in den Waggon und warf die Tür hinter sich zu.

Janusz Korczak, der sich selbst hätte retten können, begleitete seine Kinder bis in die Gaskammern von Treblinka und blieb bei ihnen und erlitt auch das Letzte, den Tod gemeinsam mit ihnen. „Bis an sein Lebensende gab er seinen Kindern alles, was er geben konnte: Wärme, Liebe und ein bisschen Geborgenheit!“

Alle Zitate von Janusz Korczak selbst oder aus seinen Bücher, zitiert aus: „Die Kinder zuerst“ von Janusz Korczak, „Einführung in die Geschichte der Pädagogg“ Knoop/Schwag

Foto 2 und 3 von Stefan Kunz  – Foto 4 by Pixabay – Greyerbaby 

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4 Comments

  • Reply Marlies 10. Februar 2017 at 20:01

    Liebe Anna.
    Ich habe von Janusz Korczaks Geschichte auch vor Kurzem gehört und war tief bewegt. Schön, dass du sie hier in deinem Blog aufgreifst. Ein beindruckender Mann mit einem wahrhaftig großen Herz für Kinder!

  • Reply Joel 16. Februar 2017 at 1:35

    Danke dir, Anna. Ich habe noch viel zu lernen… Was du schreibst, löst in mir eine Sehnsucht aus und treibt mich an, mehr in diese Richtung zu denken und zu handeln. Vielleicht treffen wir uns mal (ich habe kürzlich deinen Mann kennen gelernt).

  • Reply Myriam 21. Februar 2017 at 23:09

    Liebe Anna,
    Dank dir hab ich eine neue interessante Persönlichkeit kennen gelernt! Ich wollte schon lange mal ein Kommentar bei dir hinterlassen. In jedem deiner Artikel habe ich so ein „Aha“ Moment und denke “ da hat sie eigentlich recht “ 😉 Dann fallen mir meist viele Alltagssituationen ein, wo ich anders hätte reagieren können bei meinen Kinder. Daumen hoch für all deine Artikel 👍🏻

  • Reply Vjosa 24. Juni 2017 at 15:08

    Liebe Anna, wieso wird auf manchen Seiten geschrieben, dass korczak den Kindern erzählte, dass sie aufs Land fahren und die Kinder während dem Marsch, sangen und lachten? Was stimmt denn jetzt? Lg vjosa

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