Buchreviews, Kinderbücher

Meine Omi, die Wörter und ich

15. März 2017

Ich möchte dir einen kleinen Schatz vorstellen:

Ein Kinderbuch zum Thema Wörter, und zum Thema Demenz und Tod. Oh je, wird mein Herz da ganz schwer werden?

Das Buch erzählt die Geschichte von Mio.

Mio, lernt sprechen. Und lernt sehr viele Wörter kennen. Sein erstes Wort ist Omi und sie ist auch diejenige, die ihm so viele wunderbare Wörter beibringt.

„Manche sind laut und wild, andere leise und schüchtern. Es gibt Wörter, die gute Laune machen und zum Hoffen, aber auch welche fürs Traurigsein und für die Angst. Mio kann gar nicht genug davon bekommen und holt sich jeden Tag Nachschub. Er sammelt sie und nimmt sie mit in seinen Alltag.“ *

Ja, genau: es gibt so viel Wörter – für so viele Gefühle. Ein Buch, dass das endlich mal aufgreift, wie schön. Und an der Stelle komme ich mit den Kindern ins Gespräch: was ist traurig sein? Wie fühlt sich das an? Wann und wo hat man Angst? Das passiert ganz automatisch… .

Und dann gibt es Wörter zum Hoffen: Sternschnuppe, Wundertüte, Freund.

„Als Omi anfängt, ihre Wörter zu vergessen, bringt Mio ihr neue Wörter mit. Wörter, die er woanders gefunden hat, wie zum Beispiel Speicherkarte, Chicken Nugget oder Manga-Magazin. Aber irgendwie wollten diese Wörter sich nicht bei ihr einfinden.“ * Omi vergisst immer mehr Wörter. Es wird immer leerer bei ihr. Ja, das kenne ich! Von meiner Oma. Viele Enkelkinder kennen das. Und ich finde es wunderbar, dass ein Buch dies aufgreift, denn so wie Mio, gehen Kinder ganz anders damit um. Ein klein wenig musste ich an den Film „Honig im Kopf“ denken.

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Bei Menschen mit Demenz müssen wir  schon zu Lebzeiten von einigen Dingen verabschieden. Und auch der Tod ist Teil unseres Lebens und wieviele Morgenkreise habe ich schon erlebt und wieviele Gespräche geführt, wo Kinder von dem Tod der Großeltern erzählen. Bücher wie diese können im Kita-Alltag Momente herstellen, wo Zeit ist, über die geliebte Omi und den geliebten Opi zu reden.

Das letzte Wort was Mios Omi noch hat, bevor sie stirbt, verrate ich dir nicht, aber ich muss beim Lesen eine Träne verdrücken… Und dann noch eine.

Ich bin immer auf der Suche nach besonderen Büchern, nach etwas, was mich lächeln oder mich staunen lässt, ich auch noch etwas lernen kann oder unterhalten werde 😉 . Bei „Meine Omi, die Wörter und ich“ passiert das Alles.

Meine Befürchtung vom Anfang? Es wird mir schon etwas schwer ums Herz, aber wohlig warm schwer.

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Ich liebe besondere Worte. An meinem Kühlschrank hängen solche Wörter: Nasenfahrrad, Ratzefummel, blümerant. Das Buch lässt so viele schöne Wörter hoch leben. Zitronendrops, Sternschnuppe, Tränenschleier, … ich hab sofort ein Gefühl dazu, du auch? Kinder lernen diese Wörter kennen und werden in ihrem Leben eigene Gefühle dazu entwickeln. Wir dürfen sie dabei ein Stück Weg begleiten, was für mich immer wieder ein Privileg ist!

Das Buch ist ab vier Jahren und geht schon früher, wenn es nur um die Bilder geht, denn es hat ein wenig Wimmelbuch Charakter. Es gibt so viel schönes und lustiges zu entdecken, dieses Buch funktioniert also für kleine Kinder auch ohne Text! Mit Text würde ich auf jeden Fall AB vier sagen. Nach dem Vorlesen sorgen der Augenstern und die Qualle noch den ganzen Tag für Gesprächsstoff bei uns.

Ich mag die Illustrationen, wirklich, sie sind sehr toll!!

Danke also an Nikola Huppertz für das Erzählen dieser Geschichte, an Elsa Klever für die tollen Illustrationen und an den Tulipan Verlag fürs Verlegen. 😉 Hier kann man das Buch bekommen oder beim bookdealer bei dir um die Ecke.


*Pressetext

Das Buch wurde mir bedingungslos zugeschickt.

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